Lehrstuhl für Organisation

Dr. Anne Bachmann

Aktuelle Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pädagogisch-Psychologische Lehr- und Lernforschung (IPL) der Universität zu Kiel

Promotionsthema

"Erklärungsgrößen und Gestaltungsformen multikultureller Arbeitsgruppen"

Internationale Unternehmen wissen um kulturkreisspezifische Stärken und sie richten immer häufiger multikulturelle Arbeitsgruppen ein, um die Kompetenzvorteile der Länder und Kulturkreise zielgerichtet zu nutzen. Multikulturelle Arbeitsgruppen haben also ein großes Synergiepotenzial. Auf der anderen Seite hat die Forschung jedoch gezeigt, dass viele multikulturelle Arbeitsgruppen scheitern oder eine geringe Leistung erbringen, weil ihre aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammenden Mitglieder nicht gut zusammenarbeiten. Multikulturelle Arbeitsgruppen sind also keine Selbstläufer – sie müssen zielgerichtet geführt und organisiert werden.

In Anne Bachmanns Dissertation sollte herausgefunden werden, durch welche Maßnahmen sich der Erfolg multikultureller Arbeitsgruppen steigern lässt. Die Analyse gründete sich auf ein umfangreiches Literaturstudium sowie auf eine sorgfältig angelegte und durchgeführte empirische Untersuchung. Die Theoriebasis bildete, dass aus den Sozialwissenschaften stammende Konzept der lose gekoppelten Systeme. Insgesamt nahmen 144 Personen von 37 multikulturellen Arbeitsgruppen aus 21 großen deutschen Unternehmen an der Untersuchung teil. Der Erfolg multikultureller Arbeitsgruppen wurde zweidimensional konzipiert: Einerseits ökonomischer Erfolg gemessen an einer hohen Innovativität, einer hohen Qualität der erarbeiteten Lösungen sowie der Effizienz von Gruppenarbeit. Andererseits sozialer Erfolg, verstanden als zufriedene und motivierte Mitarbeiter, die gerne zusammenarbeiten, sehr an die Leistungsfähigkeit ihrer Arbeitsgruppe glauben und eine starke Verbundenheit mit dieser empfinden.

Ein wichtiges Hauptergebnis der Untersuchung besteht darin, dass jene Führungskräfte multikultureller Arbeitsgruppen besonders erfolgreich sind, welche darauf verzichten, die Mitglieder ihrer Arbeitsgruppe in jeder Dimension „gleichzuschalten“. Günstig ist es, wenn sie einerseits ihre Teammitglieder in der strukturellen, d.h. aufgabenbezogenen Domäne eng miteinander verkoppeln. Sie sollten beispielsweise gut geplante, strukturierte Arbeitsabläufe bereithalten, die durch formale Entscheidungen und Regeln festgelegt werden. Hierdurch entsteht nämlich eine Grundzuverlässigkeit, dass die Gruppenmitglieder ihre Aufgaben mit vorhersagbarem Erfolg erledigen können. Andererseits sollten die Führungskräfte jedoch den Teammitgliedern zugestehen, dass sie ihre Einzigartigkeit und Identität bewahren, um ihre vielfaltsbasierte hohe Wahrnehmungssensibilität aufrechterhalten. Das Bemühen um eine Gleichmacherei auf der Werteebene schadet also dem Gruppenerfolg.

 

Auszeichnungen

Fakultätspreis der Fakultät für Wirtschaft- und Sozialwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel für beste Dissertation 2006.

Best Reviewer Award (47th Annual Meeting of the Academy of International Business (AIB), Quebec, Kanada 2005).

Award for the Best Ph.D. Thesis Proposal (7th Vaasa Conference on International Business, Vaasa, Finnland, August 2004).